Bei Arbeitskultur geht mir ein Licht auf – Interview mit Heiko Kolz

Heiko Kolz ist Geschäftsführer von Anscharcampus und Geschäftsführender Vorstand von Alsenhof eG.

Für Heiko ist das Thema Arbeitskultur eine Herzensangelegenheit; dabei beschäftigt er sich seit bereits 10 Jahren mit der Fragestellung: „Wie wollen wir eigentlich in der Zukunft Leben, Lernen und Arbeiten?“
Er hat bereits Erfahrungen in vielen Tätigkeitsfeldern gesammelt, als Dachdecker, im Einsatz als Bundeswehrsoldat und im Startup-Umfeld. Für eine weitere Perspektive studierte er Volkswirtschaft. 
Angetrieben durch die Fragestellung zum Thema Leben, Lernen und Arbeiten in der Zukunft, fokussiert er sich auf das Gründen von Co-Working-Spaces. Sein Traum ist es diese Co-Working Spaces als Schulen und Universitäten der neuen Arbeitswelt zu entwickeln.

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„Was bedeutet Arbeitskultur für dich und welche sichtbaren Elemente würde ich als Außenstehender in deinem Unternehmen erkennen?“

Für mich ist der Begriff Arbeitskultur die Möglichkeit die Themen Leben und Arbeiten wieder neu miteinander zu kombinieren, verbunden mit der Fragestellung „wie kann sich ein Unternehmen aufstellen, um das zu realisieren?“ Ich versuche in meinem Unternehmen das so umzusetzen, dass sich die Arbeit wieder dem Leben anpasst und nicht umgekehrt. Menschen sollen bei mir flexibel, eher projekt- und nicht mehr zeit-orientiert arbeiten. Arbeitskultur kann aus meiner Sicht nicht erschaffen oder vorgeschrieben werden, sondern sie entsteht. Bei uns herrscht fast immer eine lockere und freundliche Atmosphäre.

Was hat in der Vergangenheit das Zusammenarbeiten im Team erschwert?“

Die aktuelle Situation auf dem Alsenhof, wo Menschen miteinander arbeiten und leben, hat es notwendig gemacht, viele Gespräche zu führen. Die Menschen vor Ort stehen oft durch Medienberichte im Mittelpunkt. Es ist quasi ein Vorzeigeprojekt in ganz Deutschland, wo wir ein Co-Living Konzept initiiert haben. Auf Grund der Medienwirksamkeit kann leider nicht immer jeder machen, was er will, und da haben wir viel drüber gesprochen.
Weiterhin spüre ich, dass durch das Zeitalter der Digitalisierung Unsicherheit im Team entsteht, die auf jeden Fall adressiert werden muss. Dabei versuche ich den Mitarbeitenden zu helfen, sich auf ihre Fähigkeiten zu fokussieren und auf sich selbst zu vertrauen. 
Jeder soll morgens aufstehen können und fest daran glauben, eine Lösung, egal welches Problem im Rahmen der Fähigkeiten erarbeiten zu können.

Wenn ich jemanden in deinem Team fragen würde, was er/sie an seiner/ihrer Arbeit liebt, was würde er/sie sagen?“

Ich glaube, dass meine 3 Regeln und mein Motto einen gewissen Rahmen geben, der vielen Mitarbeitenden hilft, sich zu orientieren und gut im Arbeitsumfeld zurecht zu kommen. 

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Diese Regeln sind:
🤙 „Lüge mich niemals an“
🤙 „Verschwende niemals meine Zeit“
🤙 „Es ist immer ein Geben und ein Nehmen“

Mein Motto ist: „Ein Tag nach dem anderen – eine Aufgabe nach der anderen“. Daneben liebt das Team die Freiheiten, die es beim Arbeiten hat. Es kann sich viel ausprobieren und dabei eine Menge lernen. Das hilft ihnen wiederum unsichere Zeiten gut zu meistern – denn wenn es viel Unsicherheit gibt, ist es gut den Raum zu geben, viel lernen zu können.

Menschlichkeit ist das Kernelement für Höchstleistung“ – was denkst du dazu?“

Für mich steht hinter einfach ALLEM der Mensch – egal, wie viel Geld für etwas über den Tisch geht, es sind immer Menschen, die etwas erschaffen und beteiligt sind. Die Bedeutung des Menschen wird in der Zukunft zunehmen, denn durch die Automatisierung wird es die Möglichkeit geben, sich mehr mit sinnvollen Aufgaben und Themen zu beschäftigen. Der Mensch kann sich dann beispielsweise vielmehr auf seine Gesundheit und sein Wohlbefinden konzentrieren. Sobald der Mensch „frei von Arbeit ist“ und sich nicht mehr mit sinnlosen Aufgaben beschäftigt, wird das wichtige Thema Menschlichkeit auch wieder mehr Platz haben.

Wenn du dir etwas für deine Firma wünschen könnest – was wäre das?“

Ehrlich gesagt fällt mir zum aktuellen Zeitpunkt nichts dazu ein. Ich glaube derzeit ist alles gut so, wie es ist. 

Ich persönlich glaube, dass so ein Wunsch auch eher eine Abkürzung ist – man möchte ja auch nicht Super Mario mit einem Key-Code durchspielen, sondern alle Erfahrungen selber machen. Nur an diesen Erfahrungen wächst man. Ein Wunsch wäre da eher hinderlich. Der Weg ist das Ziel! 😊

Ich danke dir, lieber Heiko für die tollen Einblicke in dein Unternehmen und für deine Zeit.

Wie sind Deine Gedanken zum Thema Arbeitskultur? Schreib es gerne in die Kommentare!

In Kürze erwarten dich weitere spannende Interviews – Stay tuned!

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