Bei Arbeitskultur geht mir ein Licht auf – Interview mit Alexander Winter

Alexander Winter ist Geschäftsführer und Mit-Gründer vom Bohnenkartell. 

Die Geschichte vom Bohnenkartell begann ursprünglich als Online-Versand-Plattform für Kaffee. Schnell wurde klar, dass das verkaufte Produkt allerdings auch gerne von Kunden in einer angenehmen Atmosphäre vor Ort getrunken werden wollte. Das gepaart mit dem Wunsch etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, etwas, um die eigenen Ideen kreativ umsetzen zu können, ließ die Gründer Alexander Winter und Maximilian Kranz ihr erstes Ladenlokal auf der Witteringstraße in Essen eröffnen. Angetrieben vom Wunsch die eigenen Erfahrungen zu nutzen und überzeugt vom Produkt „Kaffee“, schaffen sie dort eine Atmosphäre, in der sich jedes Teammitglied wohl fühlt.

Bohnenkartel Alex Max

Gründer vom Bohnenkartell: Alexander Winter (links) und Maximilian Kranz (rechts)

„Was bedeutet Arbeitskultur für dich und welche sichtbaren Elemente würde ich als Außenstehender in deinem Unternehmen erkennen?“

Für mich gehört zunächst zur Arbeitskultur, dass wenn ich morgens zur Arbeit gehe das nicht mit Bauchschmerzen mache; es ist wichtig, dass ich wirklich Bock habe zur Arbeit zu kommen. Das gilt natürlich nicht nur für mich, sondern wir möchten eine Arbeitskultur schaffen, in der das für alle möglich ist. Weiterhin bedeutet für mich Arbeitskultur, sich ums Team zu kümmern, dazu gehört Teambuilding und natürlich der richtige Umgang mit Konflikten. Mir ist es wichtig, eine Kultur zu schaffen, in der alle mitwirken können, quasi die Chance haben, sich selbst zu verwirklichen. Selbstverwirklichung ist übrigens auch ein wichtiger Wert in unserer Firma. Die Teammitglieder sollen das Gefühl haben, selbst etwas zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.

Weitere wichtige Werte im Zusammenhang mit unserer Arbeitskultur sind Schaffen von Wertschöpfung und einer Win-Win-Situation von allen Beteiligten, angefangen beim Kaffeebauern bis hin zu unseren Mitarbeiter:innen.

„Was hat in der Vergangenheit das Zusammenarbeiten im Team erschwert?“

Nach der Eröffnung einer neuen Geschäftsstelle ergab sich während der Zusammenarbeit ein Konflikt zwischen Mitarbeitenden, dem nach genauerer Betrachtung eine Rollenunklarheit – also wer hat wem was zu sagen – und unterschiedliche Bedürfnisse an die Art und Weise der Kommunikation zugrunde lag.
Durch Einzelgespräche zwischen Betroffenen und Geschäftsleitung wurde erkannt, dass eine Andersverteilung der Aufgaben und Einsatzbereiche zu einer Besserung führen könnte.

Mich persönlich hat diese Situation natürlich sehr belastet, allerdings habe ich aufgrund meines Hintergrundes als Sozialarbeiter natürlich Verständnis dafür, dass es verschiedene Charaktere mit verschiedenen Wünschen und Bedürfnissen gibt. Natürlich wird es auch weiterhin immer mal wieder diese Konflikte geben, es ist nur gut, wenn es einen Grundkonsens gibt, wie damit umgegangen wird.

Weiterhin spüre ich, dass durch das Zeitalter der Digitalisierung Unsicherheit im Team entsteht, die auf jeden Fall adressiert werden muss. Dabei versuche ich den Mitarbeitenden zu helfen, sich auf ihre Fähigkeiten zu fokussieren und auf sich selbst zu vertrauen. 
Jeder soll morgens aufstehen können und fest daran glauben, eine Lösung, egal welches Problem im Rahmen der Fähigkeiten erarbeiten zu können.

Kaffee im Bohnenkartell Essen

„Wenn ich jemanden in deinem Team fragen würde, was er/sie an seiner/ihrer Arbeit liebt, was würde er/sie sagen?“​

Während des Interviews war einer der Festangestellten kurz anwesend und beantwortete diese Frage, so: „Es herrscht ein entspanntes Arbeitsumfeld, ich gehe einfach gerne zur Arbeit, was ich so aus meinem Umfeld, von Freunden, die andere Jobs haben, nicht kenne. Weiterhin ist es eine angenehme Arbeit und ein Arbeitsfeld, das mich wirklich interessiert. Kaffee ist einfach mein Thema geworden und daher ist es auch motivierend damit zu arbeiten.“

„Menschlichkeit ist das Kernelement für Höchstleistung“ – was denkst du dazu?“

Menschlichkeit ist durchaus ein wichtiger Punkt beim Thema Höchstleistung. Ich würde es dahingehend noch ergänzen wollen, dass es eine Basis ist für die Motivation von Menschen, die mit einem arbeiten wollen. Was aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang noch wichtig ist, ist, zu verstehen, wo sich die Mitarbeitenden hin entwickeln wollen. Im Grunde ist es gut, die individuellen Ziele als Arbeitgeber zu unterstützen bzw. zu sehen, wie wir helfen können, die einzelnen Ziele der Mitarbeitenden zu erreichen. Um darüber in den Austausch zu kommen, nutzen wir regelmäßige Mitarbeitergespräche. Wir versuchen dann unsere Leute nach ihren Wünschen und Fähigkeiten einzusetzen. Das fördert die intrinsische Motivation aller Mitarbeitenden und macht es auch einfacher mit Konflikten umzugehen.

„Wenn du dir etwas für deine Firma wünschen könnest – was wäre das?“

Ich wünsche mir sicherere Zeiten, weniger Faktoren auf die man nicht so viel Einfluss hat. Gerne einfach einen Normalzustand, der weniger von Krisen geprägt ist.
Weiterhin versuchen wir gerade weitere Geschäftspartnerschaften zu schließen; da wünsche ich mir auf jeden Fall eine große Resonanz. Es wäre toll, diesen Bereich weiter auszubauen.

Ich danke dir, lieber Alex für die tollen Einblicke in dein Unternehmen und für deine Zeit.

Wie sind Deine Gedanken zum Thema Arbeitskultur? Schreib es gerne in die Kommentare!

Weitere Interviews erwarten dich in Kürze – Stay tuned!

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